Aste Nagusia (Semana Grande de Bilbao)

Neun Tage Straßenfest im August, gratis und ohne Gelände: Die Aste Nagusia startet am ersten Samstag nach dem 15. mit dem Txupinazo vor dem Teatro Arriaga und endet mit der Verbrennung von Marijaia. Über 100 kostenlose Auftritte auf acht Bühnen und jede Nacht Feuerwerk über der Ría.
Was es ist und warum es das gibt
Die Aste Nagusia (Große Woche) ist das Hauptfest von Bilbao und findet ununterbrochen seit 1978 statt, als eine Gruppe von Nachbarn und Comparsas Feste von Grund auf neu erfand, die der Franquismus auf kaum mehr als offizielle Akte und Stierkämpfe reduziert hatte. Dieser Ursprung erklärt, warum das Fest so wenig mit einem Festival zu tun hat: Es gibt kein Gelände, keinen Eintritt, und das Programm wird von den Comparsas getragen, nicht von einem Veranstalter. Es dauert neun Augusttage, vom Samstag nach dem 15. bis zum darauffolgenden Sonntag (2026: vom 22. bis 30. August). Wichtiger Hinweis: Verwechsle es nicht mit der Semana Grande von San Sebastián, das ist eine andere Stadt und ein anderes Fest; für Termine und Programm immer die offizielle Website von Bilbao prüfen, nicht Aggregatoren, denn der Kalender verschiebt sich jedes Jahr je nach Wochentag.
Marijaia und der Bogen von neun Tagen
Alles dreht sich um Marijaia, die riesige Puppe mit erhobenen Armen, die am ersten Samstag beim Txupinazo auf dem Balkon des Teatro Arriaga erscheint und am letzten Sonntag in Flammen aufgeht. Zwischen diesen beiden Polen bleibt der Rhythmus stets gleich: ruhige Vormittage, Comparsa-Nachmittage und lange Nächte. Wer nur einen Tag Zeit hat, sollte wählen: den ersten Samstag wegen der Aufbruchsenergie, den letzten Sonntag wegen des Abschieds. Wichtiger Hinweis: Der Txupinazo zieht eine riesige Menschenmenge auf engem Raum vor dem Arriaga an, bei Augusthitze und kaum Schatten. Komme deutlich früher oder verfolge ihn von den Rändern aus, statt ins Zentrum zu drängen; mit Kindern oder Kinderwagen meide diesen Ort und diese Uhrzeit besser ganz und mische dich später und etwas weiter unten unter die Stimmung.
Wo die echte Stimmung ist
Der Puls der Straße liegt im Casco Viejo – den Siete Calles – und auf der Plaza Nueva, wo die Comparsas ihre Txoznas aufbauen: Stände von Peñas wie Bilbo Zaharra oder Ahusgarratz mit Pintxos, Kalimotxo und Zuritos zu Nachbarschaftspreisen. Genau hier liegt der lohnendste praktische Unterschied der Woche: In einer Txozna oder einer Stammkneipe statt auf der touristischen Terrasse daneben zu bestellen, kann bedeuten, 3 statt 9 Euro für dasselbe zu zahlen. Wichtiger Hinweis: Die Plaza Nueva und ihre Umgebung wirken wie eine Resonanzkammer, und der Lärm legt sich erst sehr spät; wer in diesen Nächten im Casco Viejo schläft, muss mit wenig Schlaf rechnen. Wer mit jemandem reist, der Ruhe braucht, sollte auf der anderen Seite der Ría übernachten.
Konzerte, Feuerwerk und Fortbewegung
Über hundert kostenlose Musikauftritte verteilen sich auf acht Bühnen, darunter Bilborock, Parque Europa, Abandoibarra, die Plaza de la Convivencia und die Pérgola de Doña Casilda; vereinzelt gibt es kostenpflichtige Konzerte außerhalb des offiziellen Programms, aber das Wesentliche ist gratis. Jede Nacht gibt es Feuerwerk über der Ría, und die Brücken – die des Rathauses, die Zubizuri – sind die natürlichen Aussichtspunkte und deshalb deutlich vor der Uhrzeit voll. Wichtiger Hinweis: Das Auto ist unnötig. Der Casco Viejo wird für den Verkehr gesperrt, und Metro und Bizkaibus verstärken den Betrieb in diesen neun Nächten (Fahrpläne auf metrobilbao.eus und bei Bizkaibus prüfen, denn der Sonderfahrplan gilt nur während der Festtage). Mit der Metro bis Casco Viejo und dann zu Fuß. Unterkünfte sind als Erstes ausgebucht: Monate im Voraus buchen.
Häufige Fragen
Wann findet die Aste Nagusia statt?
Muss man Eintritt zahlen?
Wo sieht man das Feuerwerk am besten?
Lohnt es sich, im Casco Viejo zu übernachten?
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