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Tamborrada de San Sebastián (Danborrada)

Tamborrada de San Sebastián, la festividad del 20 de enero en la que comparsas de tambores y barriles recorren las calles de Donostia al son de la marcha de San Sebastián
Foto: SanSe / Dominio Público (Wikimedia Commons)

Die Tamborrada ist das Patronatsfest von Donostia: Jeden 20. Januar – ein unverrückbares Fixdatum – trommelt die gesamte Stadt 24 Stunden lang auf Trommeln und Fässern, von Mitternacht zu Mitternacht. Mehr als 176 Gruppen von Erwachsenen (über 20.000 Teilnehmer) durchziehen alle Stadtteile. Immaterielles Kulturerbe der Menschheit (UNESCO, 2018). Eintritt frei.

Was es ist und warum es zählt

Die Tamborrada (auf Baskisch: Danborrada) ist das wichtigste und identitätsstiftendste Fest von Donostia/San Sebastián: Am Tag des Stadtpatrons strömt ganz Donostia auf die Straße, um auf Trommeln und Fässern zu schlagen. Kein Konzert, kein punktueller Umzug – sondern eine kontinuierliche, dezentrale Feier, die um 1834–1836 als karnevalesker Spott über die napoleonische Besatzung (1808–1813) entstand. 2018 nahm die UNESCO sie gemeinsam mit anderen spanischen Tamboradas (Hellín, Baena) in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf – wegen ihrer Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Weitergabe von Generation zu Generation. Der Eintritt ist frei: Niemand kassiert, das Fest gehört der Straße. Was die Tamborrada so besonders macht: Sie definiert Donostia mehr als jedes Bauwerk. Für einen einzigen Tag organisiert sich die Stadt in Dutzenden gastronomiischen und kulturellen Gesellschaften, die die Viertel übernehmen. ACHTUNG: Nicht mit der Tamborrada von Azpeitia verwechseln – das ist ein eigenes Fest einer anderen Gemeinde.

Wann: 20. Januar, genau 24 Stunden

Das Wichtigste zuerst: Die Tamborrada findet IMMER am 20. Januar statt, dem Tag des heiligen Sebastian – ausnahmslos, ohne Verlegung aufs Wochenende. Und sie dauert genau 24 Stunden, von Mitternacht zu Mitternacht. Los geht es um 00:00 Uhr des 20. mit dem Hissen der Stadtflagge auf der Plaza de la Constitución, Ende ist um 00:00 Uhr des 21. mit dem Einholen. Es gibt keinen einzigen großen Umzug, sondern mehr als 167 Tamborada-Gruppen der Erwachsenen (zuletzt über 20.000 Teilnehmer; der aktuelle Rekord liegt bei 22.736, mehr als die 21.306 von 2024), die gleichzeitig gestaffelt alle Stadtteile durchziehen – sodass nie Stille einkehrt. Jede Gruppe braucht mindestens 40 Fassträger und muss von einer Gastronomie-, Wohltätigkeits- oder Kulturgesellschaft getragen werden. HINWEIS: Das ist mitten im Winter, kein Strandfest. Im Januar liegen die Temperaturen zwischen 4 und 10 °C, und es regnet jeden zweiten Tag – zieht euch warm an. Das Programm und das Plakat der nächsten Ausgabe findet ihr auf der offiziellen Website.

Das Flaggenhissen und der Marsch von Sarriegui

Der heiligste Moment ist das Hissen der Stadtflagge auf der Plaza de la Constitución in der Parte Vieja, um 00:00 Uhr in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar. Die Gastronomiegesellschaft Gaztelubide (gegründet 1934) führt den Akt musikalisch an: Sie spielt zum ersten Mal in diesem Jahr den Marsch von San Sebastián, während der Bürgermeister die Stadtflagge hisst. Der Brauch des Flaggenhissens auf diesem Platz wurde 1926 eingeführt – weshalb 2026 sein hundertjähriges Jubiläum ist. Gaztelubide übernahm die musikalische Leitung seit ihrer Gründung, etwa 1934–1935. Das Fest endet 24 Stunden später mit dem Einholen der Flagge, das seit 1957 von der Unión Artesana – der ältesten Tamborada-Gruppe – ebenfalls hier vollzogen wird, oft unter Tränen im Publikum. Den Marsch von San Sebastián komponierte Raimundo Sarriegui 1861, noch keine 23 Jahre alt, auf einen baskischen Text von Serafín Baroja, dem Vater von Pío Baroja. WICHTIGER TIPP: Die Plaza füllt sich bis auf den letzten Platz; kommt mindestens 30 Minuten vor Mitternacht, sonst seht ihr nichts.

Kostüme, Stadtteile und die Kinderfeier

Jede Gruppe vereint drei Figuren mit napoleonischem Ursprung: Soldaten (historische Militäruniform und Trommel), Köche (weiße Jacke und Fass) und Wasserträgerinnen (traditionelle baskische Tracht und hölzerne Eimer, die sogenannten Herradas). Der Witz dahinter: Die Donostiarras parodierten die Besatzungstruppen, indem sie im Militärrhythmus auf ihr eigenes Küchengerät einschlugen. Die Figur der Wasserträgerin schuf die Gesellschaft Kresala 1981, um Frauen einzubeziehen. Um das Fest wirklich zu erleben: Geht durch die Stadtteile – das Flaggenhissen und das nächtliche Treiben finden in der Parte Vieja statt; gegen Mittag startet die Tamborrada Infantil (tausende Kinder) vom Ayuntamiento aus durch das Casco Antiguo – die fotogenste und familienfreundlichste Etappe. Essen und trinken: Pintxos und Txakoli (lokaler, prickelnder Weißwein) in den Bars der Parte Vieja (Ganbara, Borda Berri, Gandarias, Casa Vergara) – die ab früh morgens brechend voll sind. Geht um 12:30 oder 19:30 Uhr, um noch einen Platz zu bekommen. GOTCHA: Das Trommeln und Fasschlagen ist 24 Stunden lang in der ganzen Stadt ununterbrochen zu hören – auch nachts. Ohne Ohrstöpsel schläft man in keinem Hotel der Innenstadt. Unbedingt mitnehmen, besonders für Kinder.

Häufige Fragen

Wann findet die Tamborrada statt und wie lange dauert sie?
Immer am 20. Januar, dem Tag des heiligen Sebastian – ein unverrückbares Fixdatum, das nicht aufs Wochenende verlegt wird. Sie dauert genau 24 Stunden, von Mitternacht zu Mitternacht. Sie beginnt um 00:00 Uhr mit dem Hissen der Flagge und endet um 00:00 Uhr des Folgetages mit dem Einholen. Das Programm der nächsten Ausgabe findet ihr auf der offiziellen Website.
Muss man Eintritt zahlen, um die Tamborrada zu sehen?
Nein. Die Tamborrada ist völlig kostenlos und frei zugänglich: Sie findet auf der Straße statt, in allen Stadtteilen von Donostia, und niemand kassiert Eintritt. Ihr zahlt nur, was ihr in den Bars konsumiert. Allerdings füllen sich zentrale Punkte wie die Plaza de la Constitución extrem schnell – also rechtzeitig da sein.
Was ist der beste Moment, um dabei zu sein?
Das Flaggenhissen um 00:00 Uhr auf der Plaza de la Constitución ist der bewegendste Augenblick; kommt 30 Minuten vorher, denn der Platz ist dann gerammelt voll. Für eine ruhigere, fotogenere Alternative bietet sich die Tamborrada Infantil am Mittag an, die vom Ayuntamiento durch das Casco Antiguo zieht. Und um 24:00 Uhr schließt das Einholen der Flagge das Fest.
Brauche ich Ohrstöpsel?
Ja, sehr empfehlenswert. Trommeln und Fässer sind 24 Stunden lang in der ganzen Stadt ununterbrochen zu hören – auch mitten in der Nacht. Ohne Gehörschutz ist an Schlaf in keinem Hotel der Innenstadt zu denken. Unbedingt mitnehmen, besonders wenn ihr mit Kindern reist oder euch längere Zeit dicht an den Gruppen aufhalten wollt.

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