Universidade de Évora (Colégio do Espírito Santo)

1559 von den Jesuiten gegründet, ist sie nach Coimbra die zweitälteste Universität Portugals. Ihr zweistöckiger Renaissance-Kreuzgang und die mit Azulejos aus dem 18. Jahrhundert verkleideten Hörsäle, darunter der berühmte 'Sala dos Actos', können besichtigt werden, während der Betrieb als aktive Universität weiterläuft; der Eintritt (3 €) ist außerhalb des Zeitraums 25. Juli bis 31. August meist kostenlos.
Das Wesentliche
- Tickets
- 3,00 €
Eine lebendige Universität, kein Museum
Das Colégio do Espírito Santo ist der historische Sitz der Universität Évora, 1559 von den Jesuiten unter der Schirmherrschaft von Kardinalinfant D. Henrique gegründet. Es ist Portugals zweitälteste Universität, gleich nach Coimbra, und das spürt man, sobald man durchs Tor tritt: Das Gebäude wird noch immer genutzt, Studierende queren den Kreuzgang zwischen den Vorlesungen. Sehenswert ist der zweistöckige manieristische Kreuzgang mit seinen Säulengängen und Galerien, um den herum sich die alten Hörsäle gruppierten. Die eigentliche Überraschung liegt in diesen Sälen: verkleidet mit barocken Azulejos aus dem 18. Jahrhundert, mit Bildfeldern passend zum jeweils gelehrten Fach — Mathematik, Astronomie, Physik, Bildende Kunst — dazu rein dekorative Motive. Von den Galerien aus kann man hineinblicken. Das Kernstück ist die Sala dos Actos, wo die Fliesen mit Stuckarbeiten und Ölporträts von D. Sebastião und Kardinalkönig D. Henrique kombiniert sind. Ein kurzer Besuch, der weit mehr bietet, als er kostet.
Tickets, Öffnungszeiten und wann hingehen
Der Zutritt ist die meiste Zeit des Jahres kostenlos. Nur zwischen dem 25. Juli und dem 31. August wird ein Eintritt von 3 € fällig – wer also im August 2026 kommt, zahlt diese 3 €; im September oder im Frühling nicht. Ein bestätigter Rabatt für Studierende oder Senioren ist uns nicht bekannt: Falls das auf dich zutrifft, frag an der Kasse nach oder schau auf der offiziellen Website der Universität Évora nach.
Die Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag, 9:30 bis 17 Uhr. Sonntags und an Feiertagen geschlossen, und die Universität selbst weist darauf hin, dass sich die Zeiten ohne gerechtfertigte Vorankündigung ändern können — vorher prüfen, besonders wenn das dein einziges Zeitfenster der Reise ist. Für Warteschlangen und Gruppen gilt eine einfache Regel: gleich zur Öffnung (9:30 Uhr) oder in der letzten Stunde vor Schließung kommen. Mittags im Juli und August treffen Gruppen und der Großteil der Stadtbesucher aufeinander.
Anreise und was dich erwartet
Sie liegt in der Rua Duques de Cadaval, 7000-577 Évora, mitten in der Altstadt, wenige Gehminuten von der Praça do Giraldo und dem Ensemble Römischer Tempel/Kathedrale entfernt. Évora hat weder U-Bahn noch Straßenbahn, und das Zentrum ist Fußgängerzone bzw. sehr verkehrsberuhigt, man kommt also einfach zu Fuß hin; wer außerhalb der Stadtmauer wohnt, sollte vorher die städtischen Buslinien checken.
Plane 30 bis 45 Minuten für den Kreuzgang und die wichtigsten Azulejo-Säle inklusive Sala dos Actos ein. Lässt sich gut mit Kathedrale und Römischem Tempel am selben Vormittag verbinden. Zwei Hinweise, die Ärger ersparen: Da es eine aktive Universität ist, können akademische Veranstaltungen an bestimmten Tagen den Zugang zu einzelnen Sälen einschränken, und wer in der Gruppe kommt, sollte auf der offiziellen Website prüfen, ob eine Voranmeldung nötig ist.
Häufige Fragen
Wie viel kostet der Eintritt und muss man reservieren?
Wie viel Zeit braucht man für den Besuch?
Wann besucht man am besten ohne Gedränge?
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Weitere Orte in Évora
Templo de Diana
temploDer besterhaltene römische Tempel der Iberischen Halbinsel, aus dem 1. Jahrhundert, errichtet für den Kaiserkult (vermutlich für Augustus, trotz des populären Namens nicht für Diana). Er überstand die Jahrhunderte, weil er im Mittelalter in eine Burganlage integriert wurde. Seine 14 korinthischen Säulen mitten in der Altstadt sind das meistfotografierte Motiv von Évora.
Sé de Évora (Catedral)
catedralDie größte mittelalterliche Kathedrale Portugals, erbaut zwischen 1280 und 1340, eine Mischung aus Gotik und spätromanischem Stil mit zwei asymmetrischen Türmen. Der Eintritt allein zur Kathedrale kostet 2 €; mit Kreuzgang, Panoramaterrasse und Museum steigt der Preis auf bis zu 4,50 €. Über eine Wendeltreppe mit 135 Stufen gelangt man zum Glockenturm und einer Terrasse mit Blick über den ganzen Alentejo.
Capela dos Ossos
capillaAngeschlossen an die Igreja Real de São Francisco, sind ihre Wände und Säulen mit den Knochen und Schädeln von rund 5.000 Menschen verkleidet – ein Werk franziskanischer Mönche aus dem 17. Jahrhundert. Über dem Eingang mahnt die Inschrift: 'Nós ossos que aqui estamos, pelos vossos esperamos' (Wir Knochen, die hier liegen, warten auf die euren). Der Eintritt (6–7 €, Kinder unter 12 Jahren frei) umfasst den Museumsbereich, die Krippengalerie (Presépios) und die Panoramaterrasse.
Praça do Giraldo
plazaDer Salon von Évora seit dem 16. Jahrhundert, mit der Igreja de Santo Antão und ihrem achtröhrigen Marmorbrunnen, der ein Ende des Platzes dominiert. Umgeben von Arkaden, Cafés und Geschäften, war er einst Schauplatz der Autodafés der Inquisition und ist heute Treffpunkt und Ausgangspunkt für jeden Spaziergang durch die Altstadt.
Aqueduto da Água de Prata
acueductoEin 18 Kilometer langes Aquädukt, im 16. Jahrhundert von dem Architekten Francisco de Arruda erbaut – demselben, der auch den Torre de Belém schuf –, um die Stadt mit Wasser zu versorgen. Sein fotogenster Abschnitt führt durch die Rua do Cano, wo die Bögen buchstäblich in die Hausfassaden integriert wurden.
Feira de São João de Évora
fiestaÉvoras großes Volksfest findet schon seit 1569 statt – damals war es der Viehmarkt, der die Preise im ganzen Alentejo bestimmte. Heute sind es rund zwei Wochen mit Tasquinhas und kostenlosen Konzerten im Rossio de São Brás, außerhalb der Stadtmauern. Der Eintritt zum gesamten Gelände ist frei, auch zu den Shows.
Festival Imaterial
fiestaDas Imaterial ist Évoras Festival für immaterielles Kulturerbe und Weltmusik, veranstaltet vom Município gemeinsam mit der Fundação Inatel unter dem Motto „Pensar e Viver o Património". Es findet Mitte oder Ende Mai im Jardim Público statt. Vorträge und Workshops sind kostenlos, die Abendkonzerte kostenpflichtig, im Doppelformat.