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Feira de São João de Évora

Ermida de São Brás en el Rossio de São Brás, Évora, la explanada donde se celebra cada año la Feira de São João
Foto: Vitor Oliveira / CC BY-SA 2.0 (Wikimedia Commons)

Évoras großes Volksfest findet schon seit 1569 statt – damals war es der Viehmarkt, der die Preise im ganzen Alentejo bestimmte. Heute sind es rund zwei Wochen mit Tasquinhas und kostenlosen Konzerten im Rossio de São Brás, außerhalb der Stadtmauern. Der Eintritt zum gesamten Gelände ist frei, auch zu den Shows.

Ein halbes Jahrtausend Jahrmarkt

Die Feira de São João ist kein modernes städtisches Fest: Ihre erste urkundlich belegte Ausgabe fand am 24. Juni 1569 statt, eingeführt durch einen Erlass (alvará) von D. Sebastião, und ein späterer Erlass von 1574 legte den Rossio de São Brás als festen Austragungsort fest. Das Gelände diente allerdings schon seit dem 13. Jahrhundert als Marktplatz (Feira de Santiago, 1275; Feira Franqueada, 1286). Jahrhundertelang war es der größte Viehmarkt Südportugals: Hier wurden die Viehpreise für den gesamten Alentejo festgelegt und die Löhne für Feldarbeit, Korkgewinnung und Rodung ausgehandelt. In den letzten Jahrzehnten der Monarchie (bis 1910) gehörte er laut portugiesischen Medienberichten sogar zu den königlichen Pflichtterminen. Übrig geblieben ist heute ein Volksfest mit freiem Zugang, Tasquinhas, Ausstellungen und kostenlosen Konzerten – laut Stadtverwaltung eines der größten im Alentejo und im ganzen Süden des Landes. Tipp: Vieh oder einen traditionellen Markt sucht man hier vergeblich. Das ist längst Geschichte.

Termine, Öffnungszeiten und Anreise

Die Regel ist einfach: Das Fest bewegt sich zwischen Ende Juni und Anfang Juli und orientiert sich an São João (24.) und São Pedro (29.). 2026 dauerte es 13 Tage, vom 23. Juni bis zum 5. Juli – drei Tage länger als sonst üblich (in den letzten Jahren waren es meist rund 10). Am Eröffnungstag ging es von 17 bis 3 Uhr, an den übrigen Tagen von 12 bis 2 Uhr (sonntags bis donnerstags), bis 3 Uhr freitags, samstags und an Vorabenden von Feiertagen, und bis 1 Uhr am letzten Tag. Für 2027 werden ähnliche Termine rund um den 24. Juni erwartet – bestätigt sind sie auf cm-evora.pt und feirasjoao.cm-evora.pt. Schauplatz sind drei aneinandergrenzende Bereiche – Rossio de São Brás, Jardim Público und Praça 1.º de Maio – außerhalb der Stadtmauer im Süden, direkt bei der Ermida de São Brás (15. Jh.) und nur einen Katzensprung von Bahnhof und Busbahnhof entfernt. Von der Praça do Giraldo oder dem Tempel der Diana sind es 10–15 Minuten zu Fuß. Es gibt kostenlose tägliche Shuttlebusse (carreiras) von 20 bis 0.30 Uhr ab den Parkplätzen am Stadtrand (Avenida Engenheiro Arantes e Oliveira, Porta da Lagoa, Porta de Aviz, Avenida Lino de Carvalho) sowie barrierefreie Wege, Toiletten und Parkmöglichkeiten – die Routen sollten jedes Jahr neu geprüft werden.

Tasquinhas statt Marktstände

Das Essen auf diesem Fest kommt von lokalen Vereinen und Kollektiven in ihren Tasquinhas, nicht von Ketten oder kommerziellen Marktbuden. Es ist Küche aus dem Alentejo, hausgemacht am Stand, dazu Wein aus der Region – genau darin liegt der Unterschied zwischen einem guten Abendessen und dem x-beliebigen Volksfest-Essen irgendwo in Europa. Der Rhythmus gibt den Takt vor: Um 12 Uhr öffnet das Gelände, doch mittags klettern die Temperaturen in Évora locker über 35 °C, und das Fest liegt dann leer und reizlos da. Das Leben beginnt erst mit der Abendsonne, zwischen 21 Uhr und Mitternacht, und die kostenlosen Konzerte runden die Nacht ab. Wichtiger Tipp: Sucht euch die Tasquinha vor 21.30 Uhr aus, sonst esst ihr stehend in der Schlange. Und verwechselt das Ganze nicht mit dem São João im Norden: Hier gibt es keine Plastikhämmerchen (martelinhos) und keine Sardinenparty in den Straßen wie in Porto oder Braga. Das Fest konzentriert sich auf einen abgegrenzten Bereich, statt sich über die ganze Stadt zu verteilen. Preise und Speisekarte ändern sich jedes Jahr und von Stand zu Stand – verlasst euch nicht auf alte Listen.

Fehlerfrei planen

Drei Hinweise. Erstens: Der 29. Juni, São Pedro, ist städtischer Feiertag in Évora – festgelegt 1960 (gültig seit 1961), damals war es der letzte Tag des Fests. Heute reicht der Kalender bis Anfang Juli, sodass der Feiertag nicht mehr mit dem Ende zusammenfällt. Zuvor war es seit 1911 der 1. Mai und seit Dezember 1942 der 21. August gewesen. An diesem Tag schließt die Stadt nachmittags die Läden: Museums- und Sehenswürdigkeitenbesuche also lieber vormittags einplanen. Zweitens, Unterkunft: Évora ist klein, und in diesen zwei Wochen ist alles ausgebucht – Monate im Voraus buchen, und wer innerhalb der Stadtmauern schläft, sollte mit nächtlichem Lärm bis 2–3 Uhr rechnen. Drittens, die stärksten Nächte sind die von São João (24. Juni), die Wochenenden, die Vorabende von Feiertagen mit verlängerten Öffnungszeiten sowie der 29. Juni selbst: früh kommen und die kostenlosen Busse ab den Parkplätzen nutzen. In den letzten Tagen findet der Grande Prémio de S. João im Laufsport statt (5 und 10 km; 2026 am 4. Juli um 21 Uhr).

Häufige Fragen

Kostet der Eintritt zur Feira de São João?
Nein. Der Zugang zu allen drei Festbereichen ist frei, und laut Stadtverwaltung von Évora sind auch sämtliche Programmpunkte kostenlos. Bezahlt wird nur, was man in den Tasquinhas oder bei den Fahrgeschäften konsumiert. Es ist eines der wenigen großen Feste in Südportugal, bei dem das komplette Programm nichts kostet.
Wann genau findet es statt?
Immer zwischen Ende Juni und Anfang Juli, orientiert an São João (24. Juni) und São Pedro (29.). 2026 dauerte es 13 Tage, vom 23. Juni bis zum 5. Juli – drei Tage länger als üblich. Die Termine und das Programm der nächsten Ausgabe werden auf cm-evora.pt und feirasjoao.cm-evora.pt veröffentlicht – vor der Buchung dort nachschauen.
Findet das Fest in der Altstadt von Évora statt?
Nein. Es findet außerhalb der Stadtmauern statt, im Rossio de São Brás, im Jardim Público und auf der Praça 1.º de Maio, südlich der Mauer bei der Ermida de São Brás. Von der Praça do Giraldo oder dem Tempel der Diana sind es 10–15 Minuten zu Fuß, und Bahnhof sowie Busbahnhof liegen direkt daneben.
Ist es wie das São João in Porto?
Die beiden Feste haben wenig gemeinsam. In Porto und Braga ist São João ein Straßenfest, das sich über die ganze Stadt verteilt, mit Plastikhämmerchen (martelinhos, eine Tradition seit 1963) und Sardinenpartys in den Vierteln. In Évora dagegen ist es ein Fest, das sich auf ein abgegrenztes Gelände konzentriert, mit Tasquinhas lokaler Vereine, Küche aus dem Alentejo und kostenlosen Bühnenkonzerten. Andere Form, anderer Ursprung.

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