Igreja do Carmo y Capela dos Ossos
Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert mit vergoldeter Schnitzfassade, in deren Hinterhof sich die beklemmende Capela dos Ossos verbirgt, deren Wände mit den Knochen und Schädeln von über tausend im 19. Jahrhundert exhumierten Karmelitermönchen bedeckt sind. Eine von nur zwei Knochenkapellen Portugals.
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Eine barocke Kirche mit einer Knochenkapelle
Die Igreja do Carmo dominiert den Largo do Carmo mit einer barocken Fassade aus korinthischen Säulen und zwei Nischen mit dem Heiligen Elias und der Heiligen Theresia, den Schutzheiligen des Karmel. Innen ist der Grundriss schlicht — ein einziges Schiff, eine Hauptkapelle und vier Seitenkapellen —, doch die Wirkung ist das genaue Gegenteil: Azulejos und vergoldetes Schnitzwerk bedecken fast jede Fläche, und an einem sonnigen Tag wechselt das Innere je nach Lichteinfall zwischen Dämmerlicht und Glanz. Auch die Geschichte ist sichtbar: Die Kirche wurde 1713 auf Initiative von Bischof D. António Pereira da Silva gegründet, der heutige Bau begann 1747 unter dem Steinmetzmeister Diogo Tavares, und das obere Geschoss wurde 1755 fertiggestellt. Der Westturm brauchte deutlich länger und wurde erst 1878 vollendet, mit einem neunstimmigen Glockenspiel, das Gregório José da Silva 1876 goss; der Ostturm folgte erst weit im 20. Jahrhundert. Seit 1978 ist der Komplex als Bauwerk von öffentlichem Interesse eingestuft.
Was die meisten Besucher jedoch hierher zieht, liegt hinter der Kirche: die Capela dos Ossos, 1816 fertiggestellt und von oben bis unten mit Schädeln und Knochen von Mönchen ausgekleidet, die aus dem alten Friedhof des Karmeliterklosters exhumiert wurden. Das ist keine isolierte Kuriosität, sondern dasselbe Memento Mori wie in anderen portugiesischen Knochenkapellen — eine Erinnerung daran, dass der Tod kein Zufall ist. Sie ist klein und in wenigen Minuten durchquert, und am besten wirkt sie, wenn man sich Zeit nimmt und leise bleibt: Die Mischung aus sonnigem Innenhof und knochenverkleideten Wänden ist es, die im Gedächtnis bleibt.
Tickets, Öffnungszeiten und Besuchsplanung
Seien wir hier ehrlich: Wir konnten den aktuellen Preis und die Öffnungszeiten nicht über eine verlässliche Quelle bestätigen. In den letzten Jahren war es meist ein Kombiticket für ein paar Euro, das Zugang zu Kirche und Capela dos Ossos gewährt und direkt an der Kasse ohne Online-Reservierung bezahlt wird. Da von der Diözese verwaltete Kirchen jedoch Preise und Öffnungszeiten ohne Vorwarnung ändern und viele mittags oder an einem Wochentag schließen, prüfe vorher die offizielle Website der Diocese do Algarve oder visitalgarve.pt, oder frage einfach an der Tür am Largo do Carmo nach.
Erwarte keine Warteschlangen wie in Lissabon: Das hier ist Faro, und der Andrang bleibt die meiste Zeit des Jahres überschaubar. Die Ausnahme sind Kreuzfahrttage und die Spitzenzeiten im Juli und August, wenn die winzige Kapelle plötzlich von zwei Gruppen hintereinander gefüllt wird. Geh am besten früh morgens oder kurz vor Nachmittagsschluss. Plane etwa 20-30 Minuten für einen entspannten Rundgang durch Kirche und Kapelle ein; wer sich für das vergoldete Schnitzwerk interessiert und in den Seitenkapellen verweilen möchte, sollte eher eine Dreiviertelstunde einplanen.
Anreise und praktische Tipps
Die Adresse ist Largo do Carmo, mitten im Zentrum von Faro (ungefähre Koordinaten 37°01'12"N, 7°56'05"W). Faro hat keine U-Bahn. Vom Bahnhof oder Busbahnhof sind es etwa 10-15 Minuten bergauf durch die Innenstadt, von der Cidade Velha und dem Arco da Vila etwas weniger. Es gibt ein städtisches Busnetz (Proximo), das sich für eine so kurze Strecke aber kaum lohnt, außer bei August-Hitze oder eingeschränkter Mobilität — in diesem Fall die Linie an der Haltestelle erfragen, denn eine Nummer ohne Bestätigung geben wir nicht an. Parken rund um den Largo ist schwierig; das Auto besser in einem Parkhaus im Zentrum abstellen und zu Fuß hochgehen.
Ein paar Dinge, die helfen. Die Kapelle erreicht man über einen Hinterhof, bei starkem Regen ändert sich das Erlebnis also deutlich. Es ist eine genutzte Kirche: bedeckte Schultern, leise Stimme und kein Blitzlicht; in der Capela dos Ossos gilt das erst recht als Mindestmaß an Respekt — es handelt sich um die Überreste realer Menschen. Und verbinde den Besuch mit dem Rest der Altstadt: vom Largo do Carmo sind es zehn Minuten zu Fuß zur Marina und zur ummauerten Cidade Velha, der anderen Hälfte dessen, was Faro zu bieten hat.
Häufige Fragen
Wie viel kostet der Eintritt und muss man reservieren?
Wie viel Zeit braucht man für den Besuch?
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Besuch?
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