Feira de Santa Iria

Das Patronatsfest von Faro entstand 1596, als der Earl of Essex die Stadt plünderte und niederbrannte – man belebte sie mit einem steuerfreien Jahrmarkt neu. Bis heute findet er in der zweiten Oktoberhälfte am Largo de São Francisco statt: Handwerk, Buden, laute Fahrgeschäfte und freier Eintritt zum Gelände.
1596: Die Stadt, die brannte und danach verkaufte
Am 23. Juli 1596, mitten im Krieg zwischen Philipp II. und Elisabeth I., landete eine englische Expedition unter Robert Devereux, Earl of Essex, und Lord Howard of Effingham westlich von Faro. Am nächsten Tag griffen sie fast ohne Widerstand an, plünderten die Stadt, steckten sie in Brand und zogen am 27. Juli weiter. Zurück blieben zerstörte Stadtmauern und Kirchen, Hunger und Seuchen. Laut dem Arquivo Distrital de Faro war die Antwort ein steuerfreier Markt – Händler ohne Abgaben –, um Handel und Versorgung wieder in Gang zu bringen; da das Datum auf den Tag der Heiligen Iria fiel, den 20. Oktober, übernahm der Markt ihren Namen. Ein ehrlicher Hinweis: Das Archiv selbst bezeichnet dies als historiografische Version, manche Autoren vermuten ältere mittelalterliche Ursprünge. Essex nahm zudem die über 200 Bücher des Bischofs Mascarenhas mit – sie landeten im Gründungsbestand der Bodleian Library in Oxford, wo sie bis heute stehen.
Was das Fest heute ist (und was nicht)
Bis 1906 fand der Markt zwischen dem Largo do Pé da Cruz und dem Campo da Trindade statt; seither ist er am Largo de São Francisco zu Hause, direkt beim gleichnamigen Kloster und nur einen Katzensprung von der Cidade Velha und dem Arco da Vila entfernt. Die Ausgabe 2025 zählte über hundert Aussteller. Auf dem Gelände treffen drei ganz unterschiedliche Welten aufeinander: echtes Algarve-Handwerk (Leder, Espartogras, Keramik), Essensbuden und Bars sowie ein Rummelplatz mit beleuchtetem Riesenrad vor der Kloster-Silhouette. Ein nützlicher Hinweis: Das ist keine stille Wallfahrt und kein besinnliches Fest. Es ist laut, riecht nach Frittiertem, und die Fahrgeschäfte dominieren einen ganzen Bereich des Geländes – wer Ruhe sucht, ist hier falsch. Der Eintritt ist frei, bezahlt wird nur, was man isst oder fährt. Der religiöse Teil konzentriert sich auf die Zeremonien am 20. Oktober.
Wann hin, wie hinkommen und was essen
Ein festes Datum gibt es nicht: Gefeiert wird rund um den 20. Oktober, etwa zehn bis elf Tage in der zweiten Monatshälfte (2025 vom 16. bis 26. Oktober). Geöffnet wird am späten Nachmittag – 15:00 Uhr, am Eröffnungstag erst um 17:00 Uhr – und geschlossen wird je nach Tag zwischen 23:00 und 01:00 Uhr; das offizielle Programm der Câmara Municipal de Faro sollte man jedes Jahr neu prüfen. Wochentags von 15:00 bis 19:00 Uhr ist die ruhige, familienfreundliche Zeit; am 20. Oktober mit Messe und Prozession sowie an den beiden Wochenenden bis 01:00 Uhr wird es am vollsten. Am besten zu Fuß: Der Largo liegt 10-15 Minuten vom Bahn- und Busbahnhof entfernt, während des Fests ist der Verkehr gesperrt und das Parken in der Rua de São Francisco, Rua Dr. Lázaro Cortes, Rua Caçadores 4 und Rua Nova do Castelo verboten – kostenlose Parkflächen gibt es bei der Pontinha. Probieren sollte man Farturas und Churros, Caldo Verde, Bifana, geröstete Kastanien, Mandel- und Feigensüßigkeiten sowie einen Medronho. Das Gute findet sich abseits der größten, lautesten Buden.
Faro im Oktober, jenseits des Festgeländes
Der Oktober zählt zu den besten Monaten für Faro: rund 23 °C tagsüber, 19 °C Wassertemperatur und etwa 38 mm Regen an sechs Tagen verteilt – deutlich trockener als der November. Der eigentliche Haken ist die Nacht: In den frühen Morgenstunden fällt die Temperatur auf 14-16 °C, und das Fest ist eine nächtliche Open-Air-Veranstaltung. Eine Jacke einpacken lohnt sich, selbst wenn man den Nachmittag in kurzen Ärmeln verbracht hat. Das Tageslicht nutzt man am besten, bevor man zum Largo hinuntergeht: Die Cidade Velha bzw. Vila Adentro liegt direkt daneben, mit dem Arco da Vila – errichtet Anfang des 19. Jahrhunderts nach einem Entwurf von Francisco Xavier Fabri über einem mittelalterlichen Stadttor und 1910 zum Nationaldenkmal erklärt –, dem Largo da Sé und der Kathedrale (Eintritt etwa 4-5 €, Öffnungszeiten je nach Saison unterschiedlich). Und zwei Hinweise: Dieses Fest hat nichts mit der Ria Formosa oder dem Strand zu tun, und die 9 km entfernte Praia de Faro ist im Oktober menschenleer.
Häufige Fragen
Wann findet die Feira de Santa Iria in Faro statt?
Muss man Eintritt zahlen?
Wie komme ich hin und wo parke ich?
Ist das Fest für einen Besuch mit Kindern geeignet?
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Igreja do Carmo y Capela dos Ossos
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