El Serrallo

Fischerviertel mit der besten Meeresfrüchteküche und der Nachmittagsversteigerung der Fischbörse.
Ein Fischerdorf mitten in der Stadt
El Serrallo ist Tarragones Fischerviertel – und das spürt man vom ersten Schritt an: festgemachte Küstenboote, trocknende Netze, niedrige Häuser mit Dorfcharakter und eine Strandpromenade, die nach echtem Arbeitshafen riecht, nicht nach Touristenprospekt. Durch die Gassen schlendern, den Kai beobachten und das Treiben der Fischer miterleben – das kostet nichts und ist rund um die Uhr möglich. Das Besondere hier ist kein Denkmal, sondern der Alltag eines Hafens, der noch immer in Betrieb ist. Der Name stammt vom arabisch-türkischen Serrail (Herrscherpalast) und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt. Eine aufschlussreiche Kuriosität: 1865 durften die Fischer nur Holzhäuser auf Rädern bauen, für den Fall eines nötigen Umzugs; Massivbauten waren erst ab 1873 erlaubt.
Fischmarkt, Auktion und wie man Warteschlangen vermeidet
Der Stadtteil selbst ist kostenlos. Für den Besuch des Observatori Blau, des Multimediaraums in der Llotja del Peix, ist eine Voranmeldung per Telefon (977 259 434) oder E-Mail zwingend erforderlich; ohne Termin kein Einlass. Den aktuellen Eintrittspreis erfährt man beim Port de Tarragona. Die Fischmarkthalle ist dienstags bis samstags von 10:00–14:00 Uhr und am Nachmittag geöffnet (im Sommer 17:00–20:00 Uhr; sonst 16:00–19:00 Uhr), sonn- und feiertags 11:00–14:00 Uhr; montags geschlossen. Das verborgene Highlight ist die Fischauktion (subhasta): montags bis freitags gegen 16:00–17:15 Uhr, wenn die Boote einlaufen; am Wochenende wird nicht gefischt, also keine Auktion. Heute werden bis zu 40 % des Fangs in Echtzeit online versteigert. Für die bekanntesten Restaurants (Barquet, Morgades, Sol Ric) unbedingt reservieren: Im Juli und August sind Wartezeiten ohne Reservierung von über einer Stunde keine Seltenheit.
Anreise und Tipps von Besuchern
Am bequemsten geht es zu Fuß vom Stadtzentrum: Der 2018 eröffnete Hafensteg verbindet den Passeig de les Palmeres in etwa 7 Minuten mit El Serrallo — mit Aufzügen und einer barrierefreien Rampe nahe dem Passeig d'Espanya. Mit dem Stadtbus EMT endet die Linie L22 im Viertel; auch die Linien 16, 41, L0, L2, 12, 15 und E4 halten hier — Taktzeiten in der App oder auf emttarragona.cat. Mit dem Zug kommt man zum Bahnhof Tarragona (Rodalies R14, R2S, R16, RT1/RT2), von dort sind es etwa 15 Minuten zu Fuß. Mit dem Auto gibt es einen öffentlichen Parkplatz am Hafen, die Gassen sind jedoch eng — besser am Stadtrand parken. Für einen Bummel und Essen einplanen: 2–3 Stunden; mit Markthalle und Auktion lieber einen halben Tag. Wer den Massen entgehen will, kommt an einem Wochentag morgens früh oder um etwa 17:00 Uhr. Wer zufällig zum Stadtfest Sant Pere (29. Juni) da ist, erlebt gegants, diables und castellers — allerdings mit deutlich mehr Publikum.
Häufige Fragen
Was kostet ein Besuch in El Serrallo?
Muss man für den Fischmarkt und die Auktion reservieren?
Wie viel Zeit brauche ich, und wann ist die beste Reisezeit?
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