Palau de Maricel

Neoklassizistischer Palast am Meer mit dekorierten Sälen und Meerblick – Veranstaltungsort für Konzerte und Hochzeiten.
Ein Palast, der in Wirklichkeit eine Collage ganz Spaniens ist
Der Palau de Maricel ist kein historisches Gebäude im eigentlichen Sinne: Er ist eine geniale Komposition aus dem frühen 20. Jahrhundert. In Auftrag gegeben wurde er von Charles Deering, einem Industriellen aus Chicago, der ein Domizil am Meer suchte, um seine Sammlung hispanischer Kunst zu zeigen. Er betraute Miquel Utrillo zwischen 1910 und 1921 damit. Das Besondere: Utrillo baute nicht von Grund auf neu, sondern fügte originale Elemente zusammen, die aus der gesamten Iberischen Halbinsel stammten — das gotische Portal aus dem Palau Villena in Cadalso de los Vidrios (Madrid), eine Tür aus dem Palacio de Raixa (Mallorca), die Figur des Sant Miquel von einer Brücke in Balaguer (Lleida) und einen Balkon aus Santa Coloma de Queralt. Beim Gang durch den Saló d'Or, den Saló Blau, die Sala Vaixells und die Terrassen mit Blick aufs Mittelmeer erfährt man das Ende der Geschichte: 1921 überwarf sich Deering mit Utrillo und reiste ab — mitsamt all seinen Goyas, Velázquezes und El Grecos, die heute im Art Institute of Chicago hängen. Die Stadt kaufte den leeren Palast 1952. Lassen Sie sich die verborgene Tür im Hauptsalon zeigen: Sie verband seine Gemächer im gegenüberliegenden Gebäude über eine Galerie hoch über der Straße.
Preise, Öffnungszeiten und wie Sie die vollste Führung meiden
Der Einlass erfolgt ausschließlich mit Führung — freies Erkunden ist nicht möglich —, was den Besuch gut strukturiert. Der reguläre Eintritt kostet 12 €, der Familientarif (ermäßigt) 10 € und der Sozialtarif 7 € (Rentner, Carnet Jove, Carnet Blau). Kostenloser Eintritt gilt am ersten Mittwoch des Monats, am Tag und der Nacht der Museen sowie stets für unter 17-Jährige. Die Führung dauert 60–90 Minuten. In der Nebensaison (September–Juni) öffnet der Palast nur sonntags: 10 Uhr auf Englisch, 11 Uhr und 12 Uhr auf Katalanisch, 13 Uhr auf Spanisch. In der Hochsaison (Juli–August) kommen Dienstag und Mittwoch hinzu, mit Führungen um 10 Uhr (Englisch), 11 Uhr (Spanisch) und 12 Uhr (Katalanisch). Die Kapazität ist begrenzt und Führungen sind oft ausgebucht — im Voraus buchen auf botiga.museusdesitges.cat. Geheimtipp: Die 10-Uhr-Führung auf Englisch ist am wenigsten besucht; im Sommer sind dienstags weniger Besucher als mittwochs; und die 12-Uhr-Führung im August sollte man meiden, da sie mit dem Andrang in der Altstadt zusammenfällt.
Anreise und ein paar praktische Hinweise
Der Palau liegt in der Carrer de la Davallada, mitten in der Fußgängerzone der Altstadt, direkt neben der Strandpromenade. Von Barcelona aus ist der Regionalzug Rodalies (R2 Sud / R2) ab Sants oder Passeig de Gràcia am bequemsten — er fährt etwa alle 30 Minuten; der Bahnhof Sitges liegt rund 7 Gehminuten entfernt. Achtung: Für 2026 sind Bauarbeiten zwischen Garraf und Sitges angekündigt — den aktuellen Fahrplan auf rodalies.gencat.cat prüfen. Per Bus bringt die Linie 72 (Bus Garraf) zur Haltestelle Oasis, etwa 3 Minuten zu Fuß entfernt. Im Palau selbst gibt es weder Shop noch Café, aber das direkt angrenzende Museu de Maricel — mit eigenem Eingang — hat beides: Wer möchte, verbindet beide Häuser an einem Nachmittag. Noch ein Hinweis: Das Gebäude wird für Hochzeiten und Veranstaltungen vermietet und kann gelegentlich für Besucher geschlossen sein — vorher auf der Website nachsehen. Kontaktnummer: 938 940 364.
Häufige Fragen
Was kostet der Eintritt und muss ich reservieren?
Wie lange dauert der Besuch?
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Besuch ohne Menschenmassen?
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