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São Martinho do Porto

Magusto de São Martinho en la aldea de Pereiro (Mação, Portugal): fogueira y castañas asadas en la tradición centenaria de noviembre
Foto: Marques Maia / CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons)

São Martinho wird in ganz Portugal am 11. November mit dem Magusto gefeiert: geröstete Kastanien am Feuer und junger Wein. In Porto ist das Fest urban und kostenlos – Kastanienhändler säumen die Santa Catarina und den Bolhão, und in Vierteln wie Bonfim oder Cedofeita finden offene Nachbarschaftsmagustos statt.

Was ist São Martinho

Am 11. November feiert Portugal São Martinho – das Fest des Martinho de Tours, eines römischen Soldaten, der um 316 im heutigen Ungarn geboren und später Bischof von Tours wurde. Die Legende besagt, er habe seinen Mantel geteilt, um einen Bettler zu wärmen. Das Datum geht auf sein Begräbnis in Tours im Jahr 397 zurück, nicht auf die Kalenderreform von 1582 – eine volkstümliche Erklärung, die man mit Vorsicht genießen sollte. Das eigentliche Herzstück des Tages ist der Magusto: Man versammelt sich um eine Fogueira, röstet Kastanhas und trinkt den ersten Wein der Ernte, den Vinho Novo. Das Sprichwort bringt es auf den Punkt: "No dia de São Martinho, come-se castanhas e bebe-se vinho". Im Norden und in der Mitte Portugals, wo Kastanienwälder und Weinberge prägen, ist das Fest besonders verwurzelt; im Süden dreht sich die Feier eher ums Essen als um Lagerfeuer.

Wie das Fest in Porto gefeiert wird

In Porto ist der Magusto urban, nicht ländlich: Statt Fogueiras auf dem Land füllt die Stadt sich mit Straßenverkäufern, die Kastanhas über Holzkohle rösten – vor allem rund um die Rua Santa Catarina, den Markt do Bolhão und an den Ecken der Ribeira. Der süßliche Kastanienrauch ist das untrügliche Zeichen, dass São Martinho gekommen ist. Die historischen Tabernas im Zentrum zapfen an diesem Tag erstmals den Vinho Novo, und in manchen Vierteln lebt der Brauch fort, singend durch sie zu ziehen. Das Fest verteilt sich auf Nachbarschaftsveranstaltungen und Restaurants mit Saisonmenü. Praktischer Hinweis: Es ist ein Straßenfest im November – pack dich warm ein und rechne mit möglichem Regen. Der "Verão de São Martinho" (sonnige Tage um den 11.) existiert wirklich, ist aber nicht jedes Jahr garantiert – verlasse dich nicht darauf.

Wo man den Magusto in Porto erlebt

Für etwas Authentisches und Kostenloses lohnen sich die Gemeinschaftsmagustos in den Stadtvierteln. In Bonfim organisiert die União de Freguesias do Centro Histórico einen im Parque das Camélias – allerdings ist er für ältere Anwohner (über 60) mit Voranmeldung gedacht, nicht für Touristen. Offener ist in der Regel der Gemeinschaftsmagusto des Guindalense FC an der Escada dos Guindais, mit Kastanien, traditioneller Musik und freiem Eintritt. In Cedofeita richtet das Coração Alecrim einen Magusto mit alternativem Flair aus – Kastanien und heißer Wein inklusive. Wer in Ruhe essen möchte: Restaurants in der Ribeira wie O Barrica bieten São-Martinho-Menüs an (Pilze, Wurstwaren, Wild, Kastaniendessert). Termine und Programme ändern sich jährlich – ab Oktober lohnt ein Blick auf agenda-porto.pt und agendaculturalporto.org.

Praktische Tipps: Essen und Trinken

Der Star sind die Castanhas assadas, die du heiß bei Straßenverkäufern für wenige Euro die Tüte kaufst; öffne die Schale vorsichtig, damit du dich nicht verbrennst. Beim Trinken gibt es drei traditionelle Optionen. Der Vinho Novo, der frisch gekelterte Wein, ist in Tabernas und in Weinbars wie Prova oder Wine Quay Bar am leichtesten zu finden. Die Jeropiga ist ein süßer Likörwein (Most mit Aguardente gestoppt, 16–20 % Alkohol), der in November in Weinhandlungen und Supermärkten in Porto abgefüllt verkauft wird. Das Água-pé (Wasser über den Trester, leicht, 3–8 % und rosé) ist am schwierigsten aufzutreiben: Es ist ein hausgemachtes Erntegetränk, in Touristenrestaurants kaum zu finden – suche es bei Nachbarschaftsvereinen oder Landerzeugern. Tipp: Probiere von jedem nur wenig, denn die Jeropiga täuscht durch ihre Süße über den Alkoholgehalt hinweg.

Häufige Fragen

Wann und wo wird São Martinho in Porto gefeiert?
São Martinho ist am 11. November in ganz Portugal, auch in Porto. Es gibt keinen zentralen Veranstaltungsort: Das Fest lebt auf der Straße – Kastanienhändler stehen an der Santa Catarina, am Bolhão und in der Ribeira, dazu Nachbarschaftsmagustos in Vierteln wie Bonfim, Guindais oder Cedofeita. Genaue Termine der einzelnen Veranstaltungen ändern sich von Jahr zu Jahr.
Kostet der Besuch des Magustos etwas?
Nein. São Martinho ist ein kostenloses und öffentlich zugängliches Fest. Die Gemeinschaftsmagustos in den Vierteln haben in der Regel freien Eintritt, und die Kastanien auf der Straße kosten nur ein paar Euro die Tüte. Nur wer ein Sondermenü im Restaurant oder eine private Gastroveranstaltung wählt, zahlt Eintritt und benötigt eine Reservierung.
Was sind Água-pé und Jeropiga?
Beides sind traditionelle Getränke des Magustos. Das Água-pé entsteht, indem Wasser über den Weintrester gegeben wird; es ist leicht (3–8 % Alkohol), rosé und fast immer hausgemacht – in Porto kaum aufzutreiben. Die Jeropiga stoppt den Most mit Aguardente: Sie schmeckt süß und ist kräftig (16–20 %), und wird im November abgefüllt in Weinhandlungen und Supermärkten verkauft.
Warum isst man am São-Martinho-Tag Kastanien?
Weil Mitte November im Norden und in der Mitte Portugals zwei Dinge zusammentreffen: Die Kastanie ist reif und der neue Wein ist fertig zum Probieren. Daher der Magusto und das Sprichwort "come-se castanhas e bebe-se vinho". Die Tradition hat alte Erntewurzeln; das Datum des 11. geht auf das Begräbnis von Martinho de Tours im Jahr 397 zurück.

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