Sacromonte

Zigeunerviertel mit weiß getünchten Höhlenhäusern, die in den Hang des Tals von Valparaíso gegraben wurden, Wiege der Flamenco-Zambra seit dem 16. Jahrhundert.
Von den Bleitafeln zu den Höhlen
Der Name Sacromonte entstand aus einer Reihe von Funden. 1588 tauchte im Zentrum von Granada in der Torre Turpiana ein Pergament mit Reliquien auf, und zwischen 1595 und 1599 kamen am alten Hügel von Valparaíso die berühmten Libros Plúmbeos ans Licht: 223 Bleiplatten mit Texten auf Arabisch. Der Erzbischof Pedro de Castro y Quiñones verteidigte ihre Echtheit und gründete dort 1609 die Abtei des Sacromonte, die den Hügel in "heiligen Berg" umtaufte. Der Vatikan erklärte die Texte 1682 für gefälscht, doch die Reliquien blieben mit San Cecilio, dem Schutzpatron von Granada, verbunden. Die Bleitafeln kehrten erst im Jahr 2000 in die Stadt zurück. Parallel dazu siedelten sich nach der Eroberung von 1492 Zigeunergemeinschaften am Hang an und gruben ihre Wohnungen in den weichen Lehm, der sich leicht bearbeiten lässt und im Sommer kühl bleibt.
Was man beim Rundgang sieht
Steigt man den Camino del Sacromonte hinauf, öffnen sich auf der einen Seite die weiß getünchten Höhlenhäuser, während sich voraus die Alhambra über dem Tal des Darro abzeichnet – einer der meistfotografierten Anblicke Granadas. Das Museo Cuevas del Sacromonte bewahrt elf originale, möblierte Höhlen, die zeigen, wie man dort lebte und arbeitete: die Schmiede, der Webstuhl, die Küche. Nachts bieten die Tablaos weiterhin Zambra, den gitanen Flamenco-Tanz, der in diesen Höhlen entstand und seine Blütezeit zwischen den fünfziger und siebziger Jahren mit Figuren wie María la Canastera erlebte. Die weißen Wände, die aufgehängten Kupfertöpfe und die gepflasterten Steigungen geben dem Viertel seinen unverwechselbaren Charakter vor dem Himmel des Hangs.
Wie man es ohne Stress besucht
Das Museo Cuevas del Sacromonte kostet etwa 5 € (kostenlos für Kinder unter 10 Jahren) und umfasst die elf Höhlen, den Aussichtspunkt und einen Audioguide auf Spanisch und Englisch. Geöffnet ist täglich: im Sommer von 10:00 bis 20:00 und im Winter von 10:00 bis 18:00, mit letztem Einlass 20 Minuten vor Schließung. Rechne mit anderthalb Stunden für das Museum. Das Viertel ist sehr steil und hat unebenes Pflaster, daher empfiehlt sich bequemes Schuhwerk; im Sommer geh früh am Morgen oder bei Sonnenuntergang, um der Hitze zu entgehen. Der Bus C34 fährt von der Plaza Nueva hinauf, wenn du dir die Steigung sparen möchtest. Reserviere das Tablao für den Abend, da die Höhlen klein sind und sich füllen.
Häufige Fragen
Muss man für Flamenco im Sacromonte reservieren?
Wie viel Zeit brauche ich und lohnt sich die Steigung?
Ist es für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich?
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